Liturgisches
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Meditationen | Meditative Texte
| Teil 7            
Das sage ich dir
Das sage ich dir:
Ob du hoffnungslos bist oder atemlos
vor lauter Plänen, der Ruhebereich Gottes besteht.
Auch wenn du gejagt wirst und kaum
Zeit zum Luftholen hast, Gott bleibt der Ort der Zuflucht.
Wenn es auch scheint, als bliebe
keine Möglichkeit, eine Deckung zu finden,
Gottes Flügel bleiben ausgebreitet
und machen sich für deine Sicherheit stark.
Du musst dich nicht fürchten, nicht
in der angsterfüllten Nacht,
nicht, wenn die fiebrige Hast des
Tages im pfeilgeschwinden Ablauf sich verflüchtigt.
Auch wenn tausend oder zehntausend um
dich gottlos und leblos sind, dich muss es nicht ängstigen.
Mit eigenen Augen kannst du sehen,
wie es denen geht, die Gott nicht wahrhaben wollen.
Das sage ich, dein Gott, zu dir: Wenn
du dich an mich hältst, wenn ich dein Zufluchtsort bin,
dann geschieht Unerwartetes.
Es wird nicht alles glatt gehen.
Ungeheuerliches und Stolpersteine
werden deinen Weg säumen.
Aber die Engel, meine starken Boten,
werden dich behüten.
Sie werden dich auf Händen tragen.
ich habe es ihnen befohlen.
Kurt Wolff nach
Psalm 91
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Im Übrigen meine ich
dass Gott der Herr
uns immer wieder in die Nähe seines
Himmels führt
sein Wort durch unseren Kopf gehen
lässt
seinen Blick in unser Herz senkt.
Er möge uns sichtbar und unsichtbar
zeigen
dass wir nicht verloren sind
auch wenn die Welt verloren ging
und dass er sich unser erbarmt
so wie wir uns erbarmen wollen.
Die Hilflosen und Beladenen
die Obdach- und Besitzlosen
sollen unser besonderes Augenmerk
haben.
Die Kunst des Zusammenfühlens und
Zusammendenkens
möchten wir wieder lernen
mit ihm, dem Sohne und dem Heiligen
Geiste.
Lehre uns auf deine Weise
die Dinge zu Ende zu denken
sodass wir neu anfangen können
mit dir und mit allen Geschöpfen, die
du gemacht.
Hanns Dieter
Hüsch
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Gott hat die Welt bestätigt;
es kann niemals geschehen,
dass die Welt
nicht mehr Gottes wäre
und dass es nicht mehr
Gottes Freude wäre,
bei den Menschenkindern zu sein.
Nichts, was ist,
ist das, was es ist,
ohne Gott.
Auch dich, Mensch,
macht zum Menschen,
so wie du sein sollst,
einzig Gott.
Raphael Hombach
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Jenseits der
Stille
Höre auf den
Klang der Stille,
dem Bleibenden
auf die Spur
kommen,
das Unsichtbare
ahnen,
das Verborgene
allen Seins entdecken.
Wie die Pflanze
mit ihren Blüten
zu dir spricht,
wie der
Schmetterling
mit Freude dich
umfliegt,
wie der Baum
mit seinen
Zweigen dir zuwinkt,
wie der Apfel
mit seinem Rot
dich anlacht,
wie die Sterne
mit ihren
Kreisen über dir tanzen,
wie das Licht
mit seinen
Farben dich umspielt,
wie Gott mit
seiner Liebe
dich in allem
berührt.
Benedikt Werner Traut
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Leben im Gehen
Wir sind
letztlich
Nur auf Erden,
um zu Gott zu
gehen,
Schritt für
Schritt,
Tag für Tag,
von Augenblick
zu Augenblick.
Die Erde ist der
Ort,
um Gott zu
suchen,
um Gnade zu
empfangen.
Als Gäste und
Fremdlinge
ziehen wir durch
die Wüste,
das Ziel in
unerreichbare Ferne.
Wir hungern und
dürsten nach
Gott,
solange wir
unterwegs sind.
Wir werden
ankommen,
aber wir wissen
nicht
Stunde noch Tag.
Gehen wir
weiter,
die Heimat liegt
noch vor uns.
Leben ist Gehen.
Benedikt Werner
Traut
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Abstand nehmen
In Zwischenzeiten
Ballast abwerfen
In Zwischenräumen
Unwesentliches zurücklassen
In Besinnungszeiten
Alltäglichkeiten vergessen
Abstand nehmen von dem,
was zerstreut
Ohne Unterbrechung
können wir nicht leben
Ohne Pause
erfahren wir keine Stille
Ohne Zelt
kommen wir um auf dem Weg
Die Vögel unter dem Himmel wissen
davon,
sonnst könnten sie nicht fliegen.
Benedikt
Werner Traut
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Tiefgang
Nur wer aufbricht,
wird Neuanfang erfahren.
Nur wer die Wüste durchquert,
wird das verheißene Land erreichen.
Nur wer durch das Dunkel wandert,
wird das Licht entdecken.
Nur wer in Not geraten,
wird dem Heil begegnen.
Nur wer in Schuld verstrickt,
weiß um Gnade.
Nur wer das Sterben zulässt,
wird auferstehen.
Leben mit Tiefgang schrittweise
gewähren lassen.
Nicht aufhören anzufangen.
Benedikt
Werner Traut
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Es kommt der Tag
Du hast vollkommen Recht:
Der Glaube macht nicht satt,
im Gegenteil:
Er verhindert, dass du satt wirst,
er macht hungrig, Hunger weckt er
und Durst nach Gerechtigkeit.
Doch dieser Hunger ist der beste
Koch.
Es kommt Tag, da ist das Mahl
bereitet,
ein Mahl wie keines, Brot und Fisch
für alle.
Zwölf Körbe fassen nicht den
Überfluss,
und wenn wir Wasser schöpfen, ist es
Wein,
an diesem Tage wird die Hochzeit
sein.
Lothar Zenetti
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Was für ein Fest!
Weißt du, was Jesus aus deinem Leben
machen kann?
Er öffnet dir die Augen, und du
erkennst, was keiner sieht.
Weißt du, was Jesus aus deinem Leben
machen kann?
Er öffnet dir die Ohren, und du
verstehst, was er dir sagt.
Weißt du, was Jesus aus deinem Leben
machen kann?
Er öffnet dir die Lippen, und du
sprichst aus, was keiner sagt.
Weißt du, was Jesus aus deinem Leben
machen kann?
Er öffnet dir die Hände, und du
verschenkst, was er dir gibt.
Weißt du, was Jesus aus deinem Leben
machen kann?
Er gibt dir die Zukunft, und du steht
auf aus deinem Grab.
Lothar Zenetti
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